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Informationen und Hintergruende zum Arctic National Wildlife Refuge
und das Vorhaben der Bush-Regierung dort nach Erdoel zu bohren.

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Arctic National Wildlife Refuge
Das Arctic National Wildlife Refuge
Das Arctic National Wildlife Refuge liegt im Nordosten von Alaska und ist das noerdlichste Naturschutzgebiet der USA. Die etwa 80.000 Quadratkilometer grosse Zone reicht von der Beaufort-See im Norden bis zum Brooks-Range-Gebirge im Sueden und enthaelt verschiedene Landschaftsraeume, darunter Inselketten, Kuestenlagunen, Tundra, Nadelwaelder und bis zu 2700 Meter hohe Berge. In dem Areal leben 160 Vogel- und rund 40 Fischarten sowie 36 Land- und neun Wassersaeugetierarten - darunter Karibus, Moschusochsen, Baeren, Vielfrasse, und Wale. 1960 wurde das Gebiet vom damaligen Praesidenten Dwight D. Eisenhower unter Schutz gestellt, um das einzigartige Oekosystem zu bewahren. Geologen vermuten unter dem Naturschutzgebiet Oelvorkommen im Umfang von Fuenf bis 16 Milliarden Barrel (das Fass zu 159 Litern). Plaene, die Oel- und Gasvorkommen auszubeuten, scheiterten in den 70er Jahren am damaligen Praesidenten Jimmy Carter, der das Sc1hutzgebiet sogar vergroesserte, und in den 90er Jahren an Praesident Bill Clinton. Die in dem Areal lebenden Gwich'in-Indianer lehnen die Oelfoerderung ebenfalls strickt ab. Die gegenwaertige US-Regierung unter George W. Bush befuerwortet dagegen die Ausbeutung der gewaltigen Oel- und Gasvorkommen. Erforderlich ist dafuer jedoch die Zustimmung des Kongresses. Das Repraesentantenhaus billigte den Bush-Plan - die Abstimmung des US-Senats steht aber noch aus. [AP]
Artic National Wildlife Refuge
Dieses Gebiet mit 73.000 Quadratkilometern ganz oben in Alaskas Norden umfasst die flache Kuestenebene am Nordpolarmeer, die hoechsten Berge der Brooks-Kette und die suedlichen Huegel am Fuss des Gebierges. Die Vielfalt der Fauna ist beeindruckend. Vor der Kueste schwimmen Wale und Robben. Eisbaerinen gebaeren im Winter ihren Nachwuchs in Schneehoehlen. Die Porcupine-Herde, die etwa 160.000 Karibus zaehlt, kalbt Anfang Juni in der Kuestenebene, und Millionen Voegel (135) Arten verbringen den Sommer dort. Anfang September treffen mehr als 300.000 Schneegaense zu einem Zwischenstopp auf den weg nach Sueden ein. Moschusochsen wandern ueber die Feuchttundra der Ebene. Alpine Tundra ueberzieht die Haenge der Brooks-Kette, auf denen etwa 10.000 Dallschafe innerhalb des Schutzgebietes herumklettern. An den Suedhaengen geht die Tundra in borealen Wald ueber. Hier leben alle fuer diese Vegetationszone typischen Tiere. [Aus Reisefuehrer Natur]
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Ölsuche im arktischen Paradies
Mit einer sehr knappen Mehrheit hat das Washingtoner Repraesentantenhaus in der Nacht zum Donnerstag den Wunsch von Praesident George W. Bush erfuellt, das arktische Naturschutzgebiet in Alaska fuer das Bohren nach Erdoel freizugeben. Die knappe Demokratenmehrheit im Washingtoner Senat ist aber gleichzeitig entschlossen, die Genehmigung bei seiner Abstimmung im Herbst wieder zu kippen.

Schon waehrend seines Wahlkampfes hatte der durch Oelgeschaefte zu einem grossen Vermoegen gekommene Praesident eine 'gesicherte' Energieversorgung als sein innenpolitisches Hauptziel erklaert. Kernpunkt seines Energieprogramms ist neben einer Aufhebung von Umweltschutzbestimmungen fuer den Bau neuer Kohle- und Kernkraftwerke, vereinfachten Genehmigungen fuer den Kohlebergbau auch in Naturschutzgebieten, und 40 Milliarden Dollar Steuererleichterungen fuer die Energiewirtschaft, die Erschliessung gigantischer Erdoelvorkommen in Alaska, einem der unberuehrtesten Naturschutzgebiete der Erde.

Vor 41 Jahren hatte der damalige republikanische Praesident Dwight Eisenhower das fast eine Million Hektar grosse Gebiet in Alaska zum 'Vermaechtis der Menschheit' erklaert und per Dekret 'auf ewig' die Ausbeutung von Bodenschaetzen verboten. Doch seitdem versuchte die Erdoellobby immer wieder und erfolglos, die staatliche Genehmigung zum Anzapfen der auf gigantische fuenf bis 16 Milliarden Barrel Rohoel geschaetzten Vorkommen zu erhalten. Beim gegenwaertigen Praesidenten fand sie schliesslich Gehoer.

Umfragen zufolge konnten Umwelschutzorganisationen aber die Mehrheit der Amerikaner davon ueberzeugen, das Bushs Oel-Plaene ein 'Irrweg' sind. Der Bau von Bohrtuermen und Pipelines zerstoere nicht nur ein beispielloses Naturschutzgebiet, er veurteile auch zahlreiche Tierarten zum Aussterben. Zudem entstehe die Gefahr unkontrollierbarer Oelkatastrophen. Ziel der staatlichen Energiepolitik muesse das Eindaemmen des Verbrauchs von Primaerenergie statt der Foerderung von noch groesserer Energieverschwendung sein. Schliesslich truegen die Vereinigten Statten schon jetzt mit einem 'hemmungslosen Energieverbrauch' zur weltweiten Umweltzerstoerung und damit zur Beeintraechtigung der Lebenfaehigkeit der Menschen auf diesem Planeten bei.

Unterstuetzt werden die nach Alaska schielenden Oel-Konzerne aber von traditionellen Verbuendeten der gegen Bushs Plaene opponierenden Demokraten. Mit dem Argument, dass die Freigabe bislang geschuetzter Gebiete fuer Oelbohrungen 'Hunderttausende von neuen Arbeitsplaetzen' schaffen werde, kaempfen auch Gewerkschaften fuer 'mehr Lebensqualitaet fuer Menschen und nicht fuer Rentiere'. Neue sprudelnde Oelquellen wuerden gleichzeitig die Benzin- und Stronpreise sinken lassen und das komme vor allem dem 'kleinem Mann' zu gute.

Der demokratische Abgeordnete Edward Markey, dessen Parteifreunde im Repraesentantenhaus geschlossen gegen Bushs Oelplaene stimmten, konterte mit dem Hinweis: 'Was nutz dem kleinen Mann billiges Benzin, wenn seine Kinder nicht mehr atmen koennen'. Nach dem Motto will die Demokraten-Mehrheit bei der Beratung des Gesetztes im September ihr Veto einlegen und 'das Vermaechtnis Eisenhowers' erhalten. Die Aussichten sind nicht schlecht. Nach inoffizieller Zaehlung wollen gegenwaertig 54 der hundert Senatoren das Oelbohr-Gesetz blockieren. [WK - Freitag, der 3. August 2001]
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